Die Tagungsrunde: Kai Schmidt, Thomas Eckl (beide Redaktionsbeirat), Bernd Franke, Ralph Wuttke, Judith Kadach (alle DienstReisen-Management), Daniela Kronreif (Redaktionsbeirat) (v.li.)
Kai Schmidt, g.e.b.b.: „Die bloße Theorie reicht bei weitem nicht aus, um den Job gut machen zu können.“
Wie sieht die Zukunft des Travel Managements aus? Diese Frage sorgte neben vielen anderen für Gesprächsstoff bei Kai Schmidt und Thomas Eckl, Bernd Franke und Ralph Wuttke (beide DienstReisen- Management) (v.li.)
Thomas Eckl, PricewaterhouseCoopers: „Um erfolgreich Kosten einzusparen zu können, sind Reiserichtlinien und Akzeptanz durch die Unternehmensleitung gefragt.“
Auf Burg Schnellenberg im sauerländischen Attendorn fand der Redaktionsbeirat zur Gründungssitzung zusammenm
Daniela Kronreif, Fraunhofer Gesellschaft: „Der Nutzwert von Travel Management ist durch die Krise erst richtig deutlich geworden.“

SchnittstellenManagement auf höchstem Niveau

Gründungssitzung des DienstReisen-Management- Redaktionsbeirates im sauerländischen Attendorn

Praxisnähe und ein hoher Nutzwert, darauf legt DienstReisen-Management Wert. Welche Themen sind aktuell und für Travel Manager relevant, was bewegt und interessiert sie, worüber sollten Fachbeiträge geschrieben werden? Diese Fragen möchte DienstReisen-Management bei regelmäßigen Treffen mit dem eigens für das Magazin gegründeten Redaktionsbeirat klären. Der Beirat ist Themenimpulsgeber und Diskussionspartner, wobei die Kommunikation nicht auf die gemeinsamen Treffen beschränkt ist, sondern permanent stattfindet. Ganz allgemein betrachtet: Alles, was bewegt, ist Thema. Das neue Fachmagazin versucht, sämtliche Anregungen der Mitglieder redaktionell umzusetzen, wobei diese redaktionelle Zusammenarbeit nicht nur auf die Beiratsmitglieder beschränkt ist. Jeder Vorschlag, jedes Feedback von außen ist gern gesehen, genauso wie der Beirat sich nicht als fester, geschlossener Zirkel versteht, sondern jederzeit neue Mitglieder in seiner Mitte willkommen heißt.
Wer wäre besser geeignet, Input zu geben, als die Zielgruppe von DienstReisen-Management selbst? Die Themenvorschläge kommen von den Praktikern aus erster Hand, sind nicht umständlich konstruiert, sondern setzen Impulse und Erwartungen der Zielgruppe um, haben eine hohe Relevanz und sind aktuell.

Die Mitglieder des Beirats sind allesamt Travel Manager aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor. So kann eine gute Mischung verschiedenster Aufgabenbereiche im Travel Management, unterschiedlich gesetzter Prioritäten und Vorgaben des jeweiligen Unternehmens, vielfältiger Themengebiete und Interessen beleuchtet und wiedergegeben werden.

Die Gründungssitzung des Beirats fand am 05. und 06. Mai in Attendorn im Sauerland statt. In urigem Burgambiente traf ein kleiner Teil der Mitglieder, die trotz des von der Aschewolke verursachten Durcheinanders im Termin- und Zeitplan zum Treffen erscheinen konnten, zum ersten Mal als Redaktionsbeirat aufeinander.

Um zusätzliche Informationen und Meinungen aus der Branche zu erhalten, hat sich die Redaktion vorab mit Jörg Martin, Geschäftsführer von CTC Corporate Travel Consulting, in Verbindung gesetzt. Als unabhängiger Berater kann er die Diskussionsthemen aus einer anderen Perspektive beleuchten und auf seine Erfahrungswerte in der täglichen Zusammenarbeit mit Travel Managern und Unternehmen zurückgreifen.

Erwartungen an DienstReisen-Management
Die Travel Manager legen bei Fachmagazinen als Informationsquelle großen Wert auf die Kombination von Print und Internet. Wenn konkreter Informationsbedarf besteht, müssen Artikel online jederzeit wieder auffindbar sein, sodass zum einen gezielt nachgelesen und zum anderen der jeweilige Artikel punktuell im Unternehmen verteilt werden kann. Dies darf kein langwieriger, komplizierter Prozess sein, sondern muss mittels Stichwortsuche innerhalb kurzer Zeit erledigt werden können.

Zwar gibt es bereits Mitbewerber auf dem Markt. Die Beiratsmitglieder stehen dem neuen Fachmagazin jedoch positiv, neugierig und erwartungsvoll gegenüber und sind der Meinung, dass der Themenkomplex ‚Dienstreise‘ anders behandelt werden sollte, als dies bisher oftmals der Fall ist. Kein bloßes Abdrucken von Pressetexten, kein schnelles Abhandeln aktueller, wichtiger Themen ist gefragt, sondern Tiefgang und Fachberichte, emotionale Verankerung der Zielgruppe sowie die Erzeugung von Mehrwert. Die Fachbeiträge sollen den Travel Manager nicht nur interessieren, sondern ihm auch nützen und ihn bei seiner täglichen Arbeit unterstützen. Peripheriethemen, die in der Vergangenheit gerne übergangen wurden, sollen aufgegriffen und entsprechend behandelt werden, so die Wünsche der Beiratsmitglieder.

Der Travel Manager: Ein Allrounder
Ganz oben auf dem Themenplan steht die Frage nach Aufgabe und Kompetenz des Travel Managers. Fest steht eindeutig: Der Travel Manager ist ein Unternehmensberater im eigenen Hause, ist Allrounder, „schaut sich über die Adlerperspektive den gesamten Prozess an“, wie Jörg Martin zusammenfasst. Ein Travel Manager muss vielseitige Kompetenzen besitzen und immer höhere und breiter gefächerte Anforderungen erfüllen können, denn Travel Management ist kein Abteilungsthema, sondern ein prozessgesteuertes Thema mit vielen Schnittstellen. So lautet das Schlagwort, das die eigentliche Aufgabe das Travel Manager treffend beschreibt: ‚Schnittstellenmanagement‘. Starkes Vernetzen mit anderen Abteilungen ist gefragt. Das Aufgabenspektrum eines Travel Managers ist heutzutage vielfältig: Vom Einkäufer, Projektleiter, Trainer, Online-Redakteur, Prozessoptimierer bis hin zum Controller – all das kann, je nach Ausprägung im Unternehmen, von einem Travel Manger erwartet werden. „Um erfolgreich Kosten einsparen zu können, sind Reiserichtlinien und Akzeptanz durch die Unternehmensleitung gefragt“, so Thomas Eckl, Travel Manager bei der PricewaterhouseCoopers AG WPG.

Einigkeit herrscht darüber, dass nur zum Travel Manager geeignet ist, wer damit zurechtkommt, sich keiner großen Beliebtheit zu erfreuen. Travel Manager decken auf, kontrollieren, optimieren Kosten, schauen jedem auf die Finger – Handeln im Sinne des Unternehmens zwar, beliebt aber trotzdem selten.

Die Zukunft des Travel Managements
In der wirtschaftlich und finanziell noch immer angespannten Zeit nach der Krise stellt sich für viele Unternehmen die Frage, inwiefern sie Einsparungen vornehmen können. Damit einhergehend müssen sich viele Travel Manager damit auseinandersetzen, ob ihr Job noch sicher ist.

Die Mitglieder des Redaktionsbeirats sind der Meinung, dass es eine Einsparung am falschen Ende wäre, würde man den Posten des Travel Managers streichen.

Bestimmte Aufgabenbereiche könne man zwar outsourcen, nicht aber das komplette Travel Management – zumindest nicht in einem großen Unternehmen, so Jörg Martin. „Man braucht für alles immer eine interne Schnittstelle.“ Außerdem sei es ungleich teurer, den Travel Manager nicht zu behalten, wolle man eine Garantie dafür, dass weiter alles rund laufe, so der Beirat. „Der Nutzwert von Travel Management ist durch die Krise erst richtig deutlich geworden“, erklärt Daniela Kronreif, Travel Managerin bei der Fraunhofer Gesellschaft in München. Auch bei anderen Krisen als der wirtschaftlich-finanziellen haben Travel Manager oftmals ihren Wert unter Beweis stellen können. Man denke an die Aschewolke im April 2010 – hier seien es meist die Travel Manager gewesen, die den Kontakt zu den Mitarbeitern hergestellt und sie aus dem Katastrophengebiet zurückgeholt hätten, führt Daniela Kronreif weiter aus.

Der Beruf des Travel Managers hat an Bedeutung dazugewonnen, anstatt sie in der Krise zu verlieren. Empfehlenswert und wichtig für ein erfolgreiches Travel Management sei allerdings, sich Input von außen zu holen, da eine gewisse ‚Betriebsblindheit’ sich oftmals einstelle, erläutert Jörg Martin. Ungefähr einmal jährlich externes Benchmarking zu betreiben könne dem Abhilfe schaffen, argumentiert auch Thomas Eckl.

Inwiefern sich das Travel Management im Wandel befindet und wie sinnvoll neue Studiengänge in dem Bereich sind, darüber herrscht keine Einigkeit. „Es wird neue Studiengänge geben, das Berufsfeld wird sich weiter ausbauen“, findet Kai Schmidt, Travel Manager bei der g.e.b.b. mbH, der neben seinem Beruf zusätzlich ein MBAStudium absolviert. Daniela Kronreif und Thomas Eckl stehen diesen neuen Studiengängen kritisch gegenüber, da sie befürchten, dass Travel Manager am Marktbedarf vorbei in Massen ausgebildet werden könnten – mit dem Ergebnis, dass es womöglich zu viele Travel Manager für zu wenige Stellen gebe. Zudem seien diese Studiengänge sehr theoretisch ausgelegt, der Praxisbezug fehle. Unternehmen bräuchten jedoch Mitarbeiter, die nicht frisch von der Universität kämen, sondern auf Erfahrung im Gebiet Travel zurückgreifen könnten, wie beide erklären.

Grundlage Praxisbezug und Erfahrungswert
Der Fokus beim Travel Management liegt, wie bei vielen anderen Berufen auch, auf dem Praxisbezug. Die bloße Theorie reiche bei weitem nicht aus, um den Job gut machen zu können, erklärt Kai Schmidt. Man müsse ein Gefühl für alles bekommen, was nur durch die Praxis und die damit verbundenen Erfahrungen möglich sei.

Wie soll ein Travel Manager über die Business Class berichten, wenn er nie selbst darin geflogen ist? „Die Produkterfahrung ist gefragt”, erklärt Jörg Martin. Nur, wer nach einem Langstreckenflug direkt in den Konferenzraum gehe, um bis abends zu tagen, bekomme einen Eindruck davon, wie dieser Job tatsächlich aussehe, erläutert er. Außerdem könne man nur so wirklich wissen, wovon der Reisende hinterher spreche. Es gehe um die Glaubwürdigkeit des Berufes intern, führt er weiter aus. „Travel Manager kann man nicht vom grünen Schreibtisch aus sein“, hält Daniela Kronreif fest. „Wenn ich mich nicht darum kümmere, dass meine Mitarbeiter aktiv Erfahrungswerte sammeln, fahre ich allein auf dem Dampfer, während sie immer nur im Beiboot sitzen“, ergänzt sie. Eben dieser dringend notwendige Praxisbezug sei es, der vielen Hochschulabsolventen fehle, egal wie qualifiziert sie seien. Die besten Chancen im Travel Management habe, wer aus der Branche komme. Daniel Kronreif beispielsweise hat eine Ausbildung als Reisebürokauffrau absolviert, Kai Schmidt eine als Luftverkehrskaufmann. Auf dieser Grundlage haben sie aufgebaut und können in ihrem heutigen Beruf als Travel Manager auf viele nützliche Erfahrungswerte zurückgreifen.

Fazit
Die Gründungssitzung des Redaktionsbeirates hat nicht nur zu einem ersten Austausch zwischen Verlag und Zielgruppe geführt, sondern hat vor allem verdeutlicht, welche Erwartungen an das neue Fachmagazin gestellt werden und inwiefern es sich vom Markt abheben sollte. Aufgeschlossene, engagierte Travel Manager aus unterschiedlichen Branchen haben sich aktiv eingebracht und angeregt diskutiert – sowohl während der Tagung, als auch bei den gemeinsamen Essen und in der Zeit zwischen den jeweiligen Diskussionsrunden. Neben verschiedensten Themenvorschlägen wurde von den Travel Managern selbst ein tieferer Einblick in deren tägliche Aufgaben ermöglicht. Der Beruf des Travel Managers beinhaltet und erfordert viel mehr, als der Name verrät. Komplexe Prozesse stecken dahinter, verlangt wird vielseitige Kompetenz und permanente Präsenz an allen Schnittstellen zugleich. Fest steht, dass vor allem Belastbarkeit, vielseitiges Talent und sehr viel Erfahrung gefordert ist, möchte man als Travel Manager erfolgreich sein. Und auch die Bereitschaft, sich unbeliebt zu machen, gehört zu diesem Beruf dazu.
Nicht umsonst heißt es: Je unbeliebter der Travel Manager, desto besser macht er seinen Job.


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