Nach unten ausgebaut
26.07.2017

Alfa Romeo hat für den Stelvio das Motorenangebot nach unten abgerundet
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Jetzt, da die Produktion des neuen Alfa Romeo Stelvio langsam hochläuft, bieten die Italiener ihren Kunden das SUV auch mit etwas schwächeren Motoren. Von einer Schwäche im Antriebsstrang kann dennoch keine Rede sein.

Wer ein Mittelklasse-SUV mit Premium-Touch fahren möchte, aber mit seinem Budget haushalten muss, könnte sich für die jetzt vorgestellte Einstiegsvariante des Alfa Romeo Stelvio interessieren. Den Italiener gibt es jetzt mit einem 110 kW/150 PS starken Selbstzünder ab 39.750 Euro (4,7 l/100 km im gemittelten NEFZ). Der propere 132 kW/180 PS-Diesel mit gleichem Verbrauch kostet mindestens 44.050 Euro, weist aber ein höheres Ausstattungsniveau aus. Beide verzichten auf Allradantrieb und bringen ihre Kraft via Hinterachse auf die Straße. In der Anschaffung günstiger ist der mit 147 kW/200 PS stärkerer Benziner. Er erfordert wenigstens 42.200 Euro – hat aber Allrad und benötigt im Mittel sieben Liter Benzin. Wer nicht gerade am Hang wohnt, sich von Wäldern fernhält und auch keine allzu strengen Winter erwartet, ist mit dem heckgetriebenen SUV recht gut bedient.

Den hat Alfa auch mitgebracht zu ersten Testfahren, und zwar mit den 180 Pferdchen unter der muskulös geformten Motorhaube. Mehr Punch braucht man jedenfalls nicht, wenn das Vehikel einen eher funktionalen Zweck hat. Der Italiener mit der obligatorischen Achtstufen-Automatik beschleunigt hinreichend kräftig, um auf der Einfädelspur nicht zu verhungern, stemmt sich mit seinen 450 Nm Drehmoment wuchtig gegen den Wandler und erhöht das Tempo auf diese Weise auch mal unaufgeregt im großen Gang, um den LKW am Berg noch rasch zu packen. Dabei ist der 2,2-Liter-Vierzylinder akustisch durchaus präsent, stört die Befindlichkeiten der Passagiere aber kaum.
 
Für etwas kultiviertere Umgangsformen steht der zwei Liter große Turbo-Vierzylinder, der seine Kraft obligatorisch auf alle vier Räder verteilt. Nach einer kleinen Anfahrschwäche legt er hurtig los und presst seine Fahrgäste dezent bäriger in die kommoden Sitze als der Selbstzünder. Und wenngleich die rote Einfärbung auf der Drehzahlmesser-Skala bereits ab der Fünfeinhalbtausend-Marke beginnt, heißt das nicht, dass er unwillig nach oben herausdrehen würde.

Das Thema Fahrwerk handeln die Versionen der Einsteiger-Klasse ähnlich wie ihre größeren Brüder ab. Mit einer gekonnten Mischung aus Dynamik und Komfort transportiert der jüngste Alfa seine Gäste an jegliche Ziele. Begehrenswert ist der Platz vorne links – der Stelvio ist trotz stattlicher Höhe von 1,67 Metern ein fahraktives Auto, das den Richtungsvorgaben der leichtgängigen sowie exakten Lenkung ohne Sträuben folgt. Darüber hinaus liegt der Kranz griffig in der Hand und meldet feinfühlig zurück. Behände wirft sich der Italiener in die Kehren der lombardischen Landstraßen, schraubt sich souverän die Pässe hoch und windet sich drahtig wieder hinab. Wenn es für SUV Sportabzeichen gibt, dann bekommt der Alfa Romeo Stelvio eines. Aggressive Fugen werden trotz aller Dynamik fast restfrei eliminiert – jedenfalls wirkt das aus Sicht des Passagiers so.

Praktische Fähigkeiten bewahrt sich der Allrounder ebenso, was nicht zuletzt 1.600 Liter Laderaumvolumen bei umgeklappter Rückbank belegen. Auch die mitreisenden Personen können nicht über Platzmangel klagen – Kopf und Beine weiß man hier sehr wohl zu sortieren. Ein bisschen Kritik gibt es bei allem Lob freilich auch, so müssen die Techniker bei der Bedienbarkeit dringend noch mal ran. Mit dem etwas undefiniert rastenden Dreh-Drücksteller braucht man schlicht zu lange, um das Ziel ins Navi programmiert zu bekommen, dessen Bildschirm-Ausgabe in puncto Kartenbild noch Luft für Verbesserungen birgt.

Keineswegs allerdings muss der Alfa bei den wichtigsten Assistenten patzen, wie fälschlicherweise häufig zu vernehmen ist. Autonombremsung bis 65 km/h, Spurhalte-Warner und Totwinkel-Assistent – alles an Bord auf Wunsch. Und der 1.200 Euro teure Aktiv-Tempomat funktioniert sogar richtig gut, bremst bis zum Stillstand herunter und fährt eine Zeit lang selbsttätig wieder an. Was man sich übrigens unbedingt noch gönnen sollte: den Farbklecks hinter der Felge für 300 Euro. Dann sind die Bremssättel entweder in gelb, rot oder schwarz lackiert. Und Farben stehen dem Stelvio einfach.



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