Nicht immer genug Druck - Reifenreparatursets im Test
07.05.2017

Das Ersatzrad für den Kofferraum stirbt langsam aus. Viele Autofahrer führen nur noch Reparatur-Sets mit Spraydose oder Druckluftkompressor mit. Doch taugt die Schnellreparatur?

Bei kleineren Reifenpannen mit dem Auto kann ein Reparaturset im Kofferraum für zügige Weiterfahrt sorgen. Doch nicht jedes Produkt überzeugt, wie die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in einem Test festgestellt hat.


Sieger des Vergleichs ist mit dem Prädikat „sehr empfehlenswert“ das ResQ Tire Mobility Kit von Airman für knapp 50 Euro. Kompressor und Dichtmittel sind einfach zu benutzen und eignen sich für Schäden bis sechs Millimeter Durchmesser. Ebenfalls mit „empfehlenswert“ schneiden das Reifenpannenset von Elastofit (36 Euro) sowie das 1-2-Go Kit 2 Step Tire Repair von Terra-S (60 Euro) und Pannex – Die schnelle Hilfe bei Reifenpannen (40 Euro) ab.

Vier der acht Testkandidaten konnten aber nur bedingt überzeugen – darunter auch das mit 8,70 Euro günstigste Produkt im Test. Die Spraydose mit Dichtmittel von Holts („Reifen Pilot“) baute nicht ausreichend Druck auf, gleiches gilt trotz externen Kompressors für das Reifenreparaturset von Dunlop (40 Euro). Beim Reifendichtmittel von Premium-Seal (50 Euro) blockierte mehrfachen nach wenigen Sekunden die Dichtmittelzufuhr, so dass sich der Reifen überhaupt nicht befüllen ließ.

Generell sind Dichtmittel im Pannenfall einem vollwertigen Ersatzrad unterlegen. Bei größeren Schäden an der Lauffläche geraten sie schnell an ihre Grenzen, zudem sollten die mit Dichtmasse reparierten Reifen schnellstmöglich gegen unbeschädigte Exemplare ausgetauscht werden.



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Kommentare (1)
Ralph Flach 08.05.2017, 15:17 Uhr
Die Einsparung der Reserveräder sowie des Wagenhebers samt Bordwerkzeug bedeutet neben der Kosten- und Platzersparnis auch eine Gewichtsreduzierung, die wiederum den Kraftstoffverbrauch und damit den Schadstoffausstoß verringert. Selbst ein Reifenreparaturset mit Reifendichtmittel und Kompressor ist längst nicht mehr selbstverständlich. Man sollte allerdings berücksichtigen, dass bei einer Reifenpanne in einer Gefahrenstelle oder auf einer einsamen Landstraße zu später Stunde eine kostenlose telefonische Pannenhotline nur bedingt weiterhelfen kann, insbesondere bei schlechter Mobilfunkverbindung. Bis zum Eintreffen der Hilfe können Stunden vergehen, ist der passende Reifen nicht lagernd, sogar Tage.
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