Fuhrpark & Mobility Executive Circle bringt „Bewegung“ in die Flotten(-diskussion)
02.05.2017

Unter dem Motto „Der Fuhrpark im Wandel – Mobilität als Herausforderung der Zukunft“ haben sich rund 60 Entscheider von Unternehmen aus dem gehobenen Mittelstand und den Konzernbereichen zum 3. Fuhrpark & Mobility Executive Circle am 24. und 25. April in Frankfurt getroffen.

Neben den eher klassischen Themen, wie Kosten-, Prozess- und CO2-Optimierungen, wartete das Tagungsprogramm mit einigen besonderen Key Notes aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auf.

Prof. Dr. Michael Schreckenberg, der in gewohnter Weise für gute Interaktionen zwischen den Teilnehmern und Referenten sorgte, nahm sich in seinem Vortrag des „Sanierungsfalls Mobilität“ an.

Die Executive Workshops behandelten einen breiten Fächer von Themen mit einem deutlichen Schwerpunkt auf die fortschreitende Digitalisierung in Fuhrparks.

Während die Einführung von Elektrofahrzeugen die Branche seit Jahren mit ernüchternden Ergebnissen umtreibt, gab es bislang wenig Praxisberichte aus Flotten zum Thema Hybrid. Melanie Schmahl, Leiterin Fleet & Passenger Transport bei Boehringer Ingelheim, konnte über eine Pilotphase mit den ersten 10 Hybriden im Praxistest berichten. Wenn auch die Auswertung der Ergebnisse noch nicht vollständig abgeschlossen ist, lässt sich schon sehr früh erkennen, dass die Disziplin der Nutzer für einen wirtschaftlichen Betrieb dieser Antriebsart leider nicht hoch genug ist. Melanie Schmahl konnte dem Publikum auch deutlich vermitteln, dass die Öffnung der Dienstwagenordnung für Hybride „nicht mal eben so möglich ist“.

Dennoch war in den Workshops, den Executive Think Tanks, deutlich zu erkennten, wie engagiert mehr und mehr Flottenbetreiber sich für den Einsatz von Elektrofahrzeugen stark machen – auch unabhängig von der Frage, ob diese Fahrzeuge schon Kostenvorteile oder genügend Reichweite mitbringen.

Welchen Blickwinkel die Wissenschaft auf das Thema Elektromobilität hat, konnte Dr. Weert Canzler, Senior Researcher im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung aufzeigen. Aus seinem engagierten Vortrag ging deutlich hervor, welche Anreize und veränderte Rahmenbedingungen für erfolgreiche intermodale Mobilitätsangebote notwendig sind. „Ich bin mir sicher, dass wir schon in wenigen Jahren einen Preisverfall bei der Batterietechnik erleben, wie sie bei Solarmodulen zu beobachen war“, so Canzler. Zur Zeit entstehen gigantische Produktionskapazitäten auf der ganzen Welt.

Noch in den Kinderschuhen stecken Mobilitätsbudgets. Das Interesse, darüber mehr zu erfahren und praktikable Lösungen diskutieren zu wollen, war ebenfalls deutlich zu spüren.

Vor wenigen Jahren konnten sich Flottenbetreiber noch nicht vorstellen, warum man von einem über so viele Jahre etablierten Motivationsfaktor „Dienstwagen“ abweichen sollte. In Frankfurt jedenfalls konnte nicht nur der Workshop von Christian Müllman, Mobility Consultand von Athlon, sondern auch der Praxisbericht von Michael Müller, Head of Mobility & Facilities der Daiichi Sankyo Europe GmbH gute Inspirationen geben. „Ich sehe in unserem Unternehmen jedenfalls keine Zukunft mehr für ein so starres Dienstwagenprogramm, wie wir dies in der Vergangenheit angeboten haben“, so einer der Teilnehmer. „Eine andere Generation von Mitarbeitern hat zwischenzeitlich auch andere Gewohnheiten und einen Bedarf, dem wir mit unserer existenten Lösung nicht mehr gerecht werden können“. Es wird also spannend sein, zu beobachten, wie sich die „flexibleren Mobilitätsangebote“ in den Unternehmensflotten entwickeln werden.

Spannende Informationen im Bezug auf die Entwicklung der Batteriekosten- und –kapazitäten konnte Dr. Joachim Fetzer als ehemaliger Vize Präsident der Robert Bosch GmbH liefern. „Wir prognostizieren einen Preisverfall von rund 2/3 der Kosten der Herstellungskosten pro Kilowattstunde innerhalb von 10 Jahren und eine Verdoppelung der Leistungsfähigkeit“, so Fetzer. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Schnelladungen der Batterie schaden. Das ist nach Expertenmeinung, so Fetzer, nicht der Fall, wenn für eine entsprechende Kühlung während des Ladevorgangs gesorgt wird.

Ein kontrovers diskutiertes Thema ist die Umweltverträglichkeit von Elektrofahrzeugen.

Bezüglich des CO2 Footprints diesel- versus batteriebetriebener Fahrzeuge über den gesamten Lebenszyklus, erreichten Stromer bei durchschnittlich 15.000 km Laufleistung pro Jahr übrigens nach zweieinhalb Jahren den Break-even, so Fetzer. Dabei fließt in die Kalkulation der in Deutschland existente Strommix ein.

Christian Kuhn, der Programmdirektor der Veranstaltung resümiert:

„Wir haben diesen Executive Circle in diesem Jahr mit einem deutlicherem Schwerpunkt auf Mobilitätsthemen ausgerichtet, und das aus gutem Grunde. Aus den Befragungen zur Vorbereitung dieser Veranstaltung wurde deutlich, dass sich der Bedarf der „Executives“ deutlich über typische Fuhrparkfragen hinaus verändert hat. Diesem höherem Anspruch wollten wir uns stellen. Die Teilnehmer haben uns in den ersten spontanen Rückmeldungen bestätigt, dass uns das gelungen ist. Das ist dann zeitgleich auch der Ansporn für die Fortsetzung unseres erfolgreichen Veranstaltungsformats im nächsten Jahr, so Christian Kuhn.


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